Erster Test erfolgreich – künstliche Erregung bald auch für Frauen

Schon im Sommer dieses Jahres verkündete Andreas Barner, Chef des zweitgrößten deutschen Pharmakonzerns Boehringer, dass bei dem Unternehmen mit Hochdruck an der Entwicklung eines Präparates gearbeitet wird, welches die sexuelle Lust von Frauen steigern soll und kündigte die Zulassung des Medikaments bereits für einen Zeitraum innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre an.

Inzwischen wurden weitere Informationen zu dem geplanten Medikament bekannt. Hierbei handelt es sich um ein völlig anderes Präparat wie beim unter Männern beliebten Viagra, welches bereits seit rund 10 Jahren durch seine Wirkung auf die Blutgefäße für gesteigerte Erregung und ein vielseitigeres Sexualleben sorgt.

Nach Ansicht der Entwickler des Pharmakonzerns Boehringer, die durch Zufall auf die die weibliche Lust steigernde Wirkung des Wirkstoffes Flibanserin stießen, wäre ein ähnlicher Ansatz für das weibliche Lustempfinden jedoch völlig ungeeignet.
Flibanserin hingegen zielt nicht auf die Blutgefäße ab, sondern wirkt auf die Neurotransmitter-Systeme des Gehirns, welche nach Ansicht verschiedener Wissenschaftler eine wichtige Rolle im Bezug auf die sexuelle Lust von Frauen spielen.

Dies scheint sich nun auch tatsächlich zu bestätigen, wie aus den Ergebnissen von vier verschiedenen Stufe III Studien hervor geht, die in den letzten Wochen ausgewertet wurden. Zugleich konnten die Wissenschaftler aus diesen Daten auch erste Erkenntnisse über mögliche Nebenwirkungen ihres neuen Medikaments gewinnen, welche zur Freude des Pharmaunternehmens nicht übermäßig stark ausfielen. Bei der Vorstellung der ersten Erkenntnisse im Rahmen des Sexualmediziner-Kongresses in Lyon gab es hierzu jedoch noch keine genauen Informationen. Man sprach lediglich von geringen bis moderaten Nebenwirkungen, ohne diese genauer zu bezeichnen.

Obwohl sich Experten auf dem Gebiet der Sexualmedizin nach wie vor nicht einig sind, ab wann bei Frauen eigentlich eine Sexualstörung vorliegt, und ob diese überhaupt im medizinischen oder psychologischen Sinn als Krankheit angesehen werden könnte, treibt Boehringer auch zum aktuellen Zeitpunkt die Entwicklung des Präparates voran.

Im Gegensatz zu den Experten, welche keine Prognosen geben wollen, schätzen die Verantwortlichen des Pharmakonzerns den Markt für einen derartigen Wirkstoff scheinbar durchaus als interessant und Gewinn versprechend ein. Dies scheint auch daran erkennbar, dass der Konzern nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran arbeitet, erste Zulassungsanträge für sein neues Medikament vorzubereiten. Wie nicht anders zu erwarten sollen diese jedoch zuerst in den USA gestellt werden, bevor auch Europa und andere Länder folgen sollen.


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